Unterwegs mit Bine

Reisemusik: Latinoamérica – Calle 13

Estoy de vuelta en Latinoamérica! Ich bin zurück auf dem Kontinent in dem ich einige meiner zu Hauses und viele liebe Menschen habe.

Die letzten Wochen habe ich ganz entspannt und mit viel Alltagsleben in Valdivia, Chile verbracht, wo ich 2010 studiert habe. Bei meiner Gastfamilie, den Castillos, ist wirklich mein zweites zu Hause. Die Zeit zum Durchatmen, Sachen auspacken, organisieren und weiterplanen hat mir unglaublich gut getan. Aber jetzt freue ich mich auch total darauf mehr von Lateinamerika zu entdecken und weiterzuziehen.

 

Calle 13 (auf Deutsch: Straße 13)  sind eine der bekanntesten und erfolgreichsten Bands in Lateinamerika. Die beiden Brüder stammen aus Puerto Rico und live mischt auch noch ihre Schwester mit, also ein echtes Family Business. Ihre Musik ist eine Mischung aus Rap, Rock, Reggaeton, Cumbia und weiteren amerikanischen Musikstilen. Einige Lieder gehen richtig nach vorne und fehlen auch in Deutschland bei keiner Latino-Party (besonders zu nennen seinen da Atrévete oder Vamo a portarnos mal), andere Lieder sind ruhiger und viele haben sozialkritische Botschaften, die man bei dieser Art von Musik erst mal nicht erwartet.

Ich hatte die große Freude Calle 13 auf einer Reise in Mexiko live zu sehen und ihr könnt euch kaum vorstellen, wie die Leute (und ich) abgegangen sind.

Der Text und insbesondere das Video von Latinoamérica nehmen mich jedes Mal wieder mit in alle Ecken von Lateinamerika und machen mir Lust sofort loszufahren und einzutauchen in diesen spannenden Kontinent.

Da der Text fast lyrisch ist, möchte ich hier die komplette deutsche Übersetzung veröffentlichen, damit ihr auch mitreisen könnt nach Latinoamérica.

Lieblingszeile: 

„El sol que nace y el día que muere, con los mejores atardeceres“ 

Die Sonne, die aufgeht, der Tag, der stirbt, mit den schönsten Sonnenuntergängen.

 

 

Latinoamérica – Calle 13  

Freie Deutsche Übersetzung nach Sabine Schmidt 

Ich bin, bin was sie zurückließen.
Ich bin alles, was nach dem Raubzug übrig blieb.
Ein Volk, in den Gipfeln versteckt.
Meine Haut ist aus Leder, deshalb halte ich jedes Wetter aus.

Ich erzeuge so viel Rauch wie eine Fabrik.
Ich bin der schuftende Bauer, für deinen Konsum,
die Kaltfront mitten im Sommer.
Ich bin die Liebe in Zeiten der Cholera, mein Bruder.

Die Sonne, die aufgeht, der Tag, der stirbt,
mit den schönsten Sonnenuntergängen.
Ich bin die wunde Entwicklung,
ein politischer Diskurs, dem die Spucke wegbleibt.

Die schönsten Gesichter, die ich je kennengelernt habe.
Ich bin das Foto eines Verschwundenen, das Blut in deinen Venen.
Ich bin ein Stück Land, für das es sich lohnt.

Ein Korb voller Bohnen,
ich bin Maradona gegen England, und schieße zwei Tore.
Ich bin der, der seine Fahne hochhält,
das Rückgrat des Planeten ist mein Gebirgszug.

Ich bin, was mein Vater mich lehrte:
Wer sein Land nicht liebt, liebt nicht seine Mutter.
Ich bin Lateinamerika, ein Volk, das keine Beine hat, aber weitergeht.

Refrain (2x): 

Du kannst den Wind nicht kaufen,
Du kannst die Sonne nicht kaufen,
Du kannst den Regen nicht kaufen,
Du kannst die Wärme nicht kaufen.
Du kannst die Wolken nicht kaufen,
Du kannst die Farben nicht kaufen,
Du kannst meine Freude nicht kaufen,
Und du kannst meine Schmerzen nicht kaufen.

Ich habe die Seen, ich habe die Flüsse.
Ich habe meine Zähne,um sie zu zeigen, wenn ich lächle,
den Schnee der meine Berge schmückt.
Ich habe die Sonne, die mich trocknet
und den Regen der mich wäscht.

Eine Wüste, berauscht von Kakteen.
Ein Schluck Agavensaft ist alles was ich brauche,
um mit den Koyoten zu singen.
Ich habe meine Lungen, um das klare Blau einzuatmen.

Die Höhe die mir den Atem nimmt.
Ich bin die Backenzähne in meinem Mund der Koka kaut.
Der Herbst mit seinen fallenden Blättern.
Die Verse, unter sternenklarer Nacht geschrieben.

Ein Weinberg voller Trauben,
ein Zuckerrohrfeld unter der kubanischen Sonne.
Ich bin das karibische Meer, das die Häuschen bewacht,
die Rituale mit gesegnetem Wasser.

Der Wind der durch mein Haar fährt.
Ich bin alle Heiligen, die an meinem Hals hängen.
Der Saft meines Kampfes ist nicht künstlich,
weil der Dünger meiner Erde die Natur ist.

Refrain (2x):

Du kannst den Wind nicht kaufen,
Du kannst die Sonne nicht kaufen,
Du kannst den Regen nicht kaufen,
Du kannst die Wärme nicht kaufen.
Du kannst die Wolken nicht kaufen,
Du kannst die Farben nicht kaufen,
Du kannst meine Freude nicht kaufen,
Und du kannst meine Schmerzen nicht kaufen.

Meine Arbeit ist roh, doch ich widme mich ihr mit Stolz,
Hier teilt man, das Meine ist das Deine.
Dieses Volk erstickt nicht am Durcheinander,
Und wenn es zusammenbricht,
richte ich es wieder auf.

Ich betrachte dich ohne mit der Wimper zu zucken,
Für was erinnerst du dich an meinen Nachnamen.
Die Operation Condor überfiel mein Nest.
Ich verzeihe, aber vergessen werde ich niemals, hörst du!

(Wir gehen weiter.)
Hier atmet man Kampfgeist.
(Wir gehen weiter.)
Ich singe, damit man es hört.

(Wir zeichnen weiter unseren Weg.)
Hier stehen wir.
Es lebe Lateinamerika!

Du kannst mein Leben nicht kaufen.

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