Unterwegs mit Bine

Xhale Yoga Retreat in Pai (Thailand)

Zu meinem 31. Geburtstag Anfang Januar habe ich mir selbst ein ganz besonderes Geschenk gemacht:  eine Woche Yoga und Meditations-Retreat in Pai im Norden Thailands.

Das Xhale Yoga Retreat wurde mir von einer Freundin empfohlen, die ich während der Reise in Kambodscha kennengelernt habe.

Yogalehrerin Bhud – eine Thailänderin, die aus Bangkok stammt – hat sich außerhalb von Pai ein kleines Yoga-Paradies geschaffen. Ein wunderschöner offener Yoga-Saal mit Blick in die Berge, umgeben von einem Garten in dem man fabelhaft entspannen kann. Darin befindet sich auch eine offene Küche in der die Köchinnen jeden Tag frische, vegetarische Gerichte zaubern. Der perfekte Ort um abzuschalten, runterzukommen, um die Zeit und Ruhe zu finden, um mal wieder auf das eigene Innere zu hören.

 

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Neben mir waren noch 15 weitere Yoga-Begeisterte aus der ganzen Welt dort. Wir waren aus Neuseeland, Südafrika, Singapur, Spanien, Irland, England, USA, Kroatien und Deutschland. Es hat irgendwie gefunkt zwischen uns, wir hatten unglaublich viel Spaß miteinander, haben voneinander gelernt und einfach eine gute Zeit zusammen verbracht.

 

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Tagesablauf im Yoga Retreat

—- Beginn Schweigen —-

7:00 Uhr    Wach werden mit Chai-Tee und Ingwer-Zitrone-Tee

7:30 Uhr    Nasenspülung

7:45 Uhr    Atemübungen und Meditation

8:30 Uhr    Frühstück

10:00 Uhr   Hatha-Yoga

—- Ende Schweigen —-

12:00 Uhr   Mittagessen & Mittagspause

15:00 Uhr  Yoga-Philosophie und Fragerunde

17:00 Uhr   Yin-Yoga

18:45 Uhr   Abendessen

19:30 Uhr   Meditation

 

Vom Aufstehen bis zum Mittagessen wurde geschwiegen und sich nur mit Blicken, Gesten, Lächeln usw. verständigt. Eine sehr schöne und intensive Erfahrung für mich. Man ist viel mehr bei sich, startet den Tag entspannter und mit mehr Energie. Im Alltag ist so eine Zeit des Schweigens schwierig einzubauen, aber ich möchte das in Zukunft gerne nochmal in einem Retreat für mehrere Tage ausprobieren und sehen was das mit mir macht.

Außerdem habe ich in der Woche ganz bewusst das Handy und das Notebook ausgelassen und mich nicht von Facebook, Instagram, What’s app & Co. ablenken lassen. Selbst an meinem Geburtstag habe ich keine Nachrichten gelesen.

Der Tag startete immer ruhig und entspannt. Ich hatte meinen eigenen Bungalow, was ich nach vielen Nächten in Schlafsäalen sehr genossen habe.  Nachts wird es in Pai aufgrund der Höhenlage in den Bergen richtig eisig kalt und erst mit den ersten Sonnenstrahlen, wärmt sich alles auf. Deshalb habe ich mich morgens immer sehr auf die frischen, heißen Tees gefreut.

Nachdem wir unsere Nasen mit einer einfachen Nasenspülung gereinigt haben, ging es in den Yoga-Saal zu den Atemübungen und zur Mediation zum Start in den Tag.

Danach gab es zum Frühstück immer eine Gemüsesuppe. Nicht das was ich sonst zum Frühstück wählen würde, aber sehr lecker und schnell verdaubar für die anstehende Yoga-Einheit.

Um 10 Uhr begannen zwei Stunden Hatha-Yoga. Ganz klassisch haben wir jeden Tag den Sonnengruß und die Krieger (Warriors) gemacht und zusätzlich jeweils einen Fokus auf andere Positionen gelegt.

 

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Zum Mittagessen gab es wieder ganz frisches vegetarisches Essen und endlich durften wir wieder miteinander reden. ;)

Der Nachmittag startete mit einer Einheit in der wir unsere Fragen stellen konnten und eine Einführung in Yoga-Philosophie bekommen haben. Da ich noch nicht so lange Yoga mache, war es für mich besonders interessant ein wenig Hintergrundwissen zu bekommen.

Im Anschluss war Yin-Yoga angesagt, eine Art von Yoga bei der man 5 Minuten (oder länger) in einer Position bleibt und damit ein intensives Stretching erreicht. Dies tut in dem meisten Positionen nach einiger Zeit ziemlich weh, aber danach fühlt man sich deutlich besser. In einigen Positionen wurden reihum Geschichten erzählt, damit wir etwas angelenkt waren und durchgehalten haben. :)

 

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Nach dem Abendessen stand dann zum Tagesabschluss immer eine Meditation an, eine schöne Art, um dem Tag zu beenden. Und am nächsten Morgen ging es dann wieder von vorne los.

Besonders schön fand ich, dass jeder zu Beginn eine Postkarte gezogen hat mit einer Eigenschaft drauf. Diese Eigenschaft hat uns die ganze Woche begleitet: auf unserer Yoga-Matte, auf unserer Trinkflasche, unserer Tasse und auf unserem individuellen Nasenspül-Behälter :)

Meine Eigenschaft war „kindness“, also Güte oder Liebenswürdigkeit auf Deutsch. Das hat mir auch nochmal den Denkanstoß gegeben mich darauf zu besinnen, ob ich wirklich gütig zu anderen Menschen bin. Ich glaube, dass es mir oft gelingt, aber manchmal urteile ich vorschnell oder zu hart über andere. Daran möchte ich in Zukunft gerne arbeiten.

 

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An meinem Geburtstag habe ich nach der Meditation in der Yin-Yoga-Einheit die Augen aufgemacht und vor mir Stand ein Geburtstagskuchen mit Kerzen, Blumen und eine schöne Karte auf der alle unterschrieben haben. Da musste ich vor Rührung glatt ein paar Tränchen verdrücken. Und die anderen haben sich nach 3 Tagen Detox-Essen fast mehr über den Banana-Cake gefreut als ich. ;)

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Es war eine sehr intensive Woche und das beste Geschenk, das ich mir habe machen können. Es ist unglaublich, wie schnell der Körper sich umstellt, wenn er nur gesundes Essen (vor allem Obst und Gemüse) bekommt, wie viel besser die Yoga-Positionen funktionieren, wenn man sie jeden Tag wiederholt und wie viel besser man sich fühlt.

 

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Ich habe mir nach der Woche viele Dinge aufgeschrieben, die ich mit in meinen Alltag nehmen möchte, wenn ich wieder einen habe. ;)

Unter anderem habe ich mir vorgenommen mir ab sofort jedes Jahr eine Woche für mich selbst zu schenken bei irgendeiner Art von Retreat/Einkehrwoche, ganz egal ob Yoga oder Schweigen oder Fasten oder sonst was. Es tut unglaublich gut so intensiv mit sich selbst in Kontakt zu kommen.

Und on top habe ich ganz wunderbare Menschen kennengelernt, von denen mich einige glaube ich noch weiter begleiten werden.

 

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An dem Tag an dem das Retreat geendet hat, sind wir abends alle zusammen in Pai ausgegangen und hatten einen grandiosen Abend mit viel Alkohol, Essen in dem nicht nur Obst und Gemüse drin war und viel, viel Lachen. :)

Ich habe aus den Tagen unglaublich viel positives für mich und mein Leben mitgenommen und kann jedem nur empfehlen sich auch mal mit so einer Begegnung mit sich selbst (und mit anderen) zu beschenken.

 

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Alle Fotos (c) Bhud

 

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