Unterwegs mit Bine

Zhangye (China)

Als wir gegen Abend noch müde von der Wüste in Zhangye angekommen sind, wollten wir eigentlich nur was essen und dann im reservierten Hotel duschen und schlafen. Im Hotel angekommen hieß es, dass es keine freien Zimmer mehr gibt, wir aber in einem anderen Hotel übernachten können. Wir wurden von einem Hotelmitarbeiter dorthin chauffiert und fuhren immer weiter aus der Stadt raus. Da wir keine wirkliche Alternative hatten, haben wir das Zimmer dort genommen, Patricia hat den Besitzern aber klar gemacht, dass wir mit der Situation nicht sehr zufrieden sind, weil wir ja eigentlich ein anderes Zimmer in der Stadt reserviert hatten. Um die Situation ein wenig zu beruhigen, haben uns die beiden Hotelverantwortlichen ins Auto gepackt und sind mit uns erst mal was essen gefahren. Toni und ich haben ja eh nix verstanden und Patricia hatte mit dem örtlichen Dialekt auch ihre Probleme und meinte aber, dass wir wohl essen fahren würden. ;) Wie sich rausstellte waren die beiden Mutter und Sohn und im Restaurant warteten dann schon der Vater und ein weiterer Sohn, die doch etwas überrascht waren über den deutschen Anhang. Aber die Gastfreundschaft der Chinesen ist sehr groß und so wurde für uns extra etwas Besonderes bestellt: einen Topf mit Schafsfleisch und Gemüse und einen Topf mit Kutteln (Darmstücke).

O-Ton Patricia, nachdem sie mit der Familie auf Chinesisch gesprochen hat: „Ihr dürft jetzt nicht nicken oder mit dem Kopf schütteln, sondern sagt einfach ‚ja‘, wenn ich euch frage, ob ihr Innereien esst. Ich wurde grade gefragt, ob wir das essen würden und es wäre unhöflich nein zu sagen.“ =D Also gab es Kutteln zum Abendessen und selbst ich als überwiegend vegetarisch lebender Mensch konnte die Innereien gut essen. Zurück im Hotel wurden noch zahlreiche Fotos und allen Kombinationen gemacht. Besonders der fast 1,90m große Toni mit seinen blonden Haaren war ein beliebtes Fotoobjekt – nicht nur bei der Familie. ;) Dieser Abend stand auf jeden Fall unter dem Motto „Unverhofft kommt oft!“

Die Familie und wir nach dem Essen in der Hotellobby

Die Familie und wir nach dem Essen in der Hotellobby

 

Am nächsten Tag haben wir uns ein Taxi gemietet (umgerechnet 60 Euro), um die zwei Highlights um Zhangye an einem Tag zu schaffen.

 

MATI SI

Die Besonderheit des buddhistischen Klosters Mati Si ist, dass sich unzählige Tempel in den Bergen bei Zhangye in verschiedenen Höhlen befinden. Man klettert also nach oben und sieht auf dem Weg verschiedene Höhlen und Nischen mit Buddha-Statuen, die geschmückt sind mit Blumen und Gebetsfahnen und in die Gläubige Räucherstäbchen stellen und Opfergaben ablegen.

Ein sehr beeindruckendes Kloster in einer traumhaft schönen Umgebung und wir hatten an dem Tag dazu richtig Glück mit dem Wetter.

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DANXIA GEOPARK

Auch außerhalb von Zhangye gelegen, findet man die bunten Berge von Danxia. So richtig krass bunt, kann man sie nur sehen, wenn es kurz davor geregnet hat und dann die Sonne scheint. Aber auch so machen die rötlichen Berge mit den hellen Mustern was her. Das dachten nicht nur wir, sondern auch tausende chinesische Touristen, die die Feiertagswoche rund um den Nationalfeiertag natürlich auch zum Verreisen nutzen. Auf den Aussichtsplattformen wurde entsprechend geschoben, mit Selfie-Sticks den Weg frei geräumt und gedrängelt, nur um das beste Selfie mit dem Stick vor dem bunten Berg machen zu können. Dazu war es natürlich sehr laut. Leider so gar nicht meine Art von Tourismus und dem Erleben von Natur, weshalb ich bei der Hauptplattform auch in der Hälfte umgedreht bin, weil ich ansonsten sicherlich irgendeinen Chinesen geschlagen hätte ;) Ich glaube auf den Fotos kann man sich den Irrsinn des Tages gut vorstellen.

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